Statement der agrarpolitischen Sprecherin Karin Logemann zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Belgien:

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nahe der deutschen Grenze ist kein Grund zu einer Hysterie, bedarf aber erhöhter Wachsamkeit.

Niedersachsen ist gut vorbereitet: Verschiedene präventive Maßnahmen wurden durch die Behörde bereits ergriffen, eine jüngst initiierte ASP-Übung verlief erfolgreich. In der weiteren erfolgreichen Verbreitungsbekämpfung helfen Informationsmaterialien und Hygienemaßnahmen beispielsweise an Transitstrecken und Raststätten bei der Eindämmung der ASP. Insgesamt muss die Bekämpfung der ASP jedoch nicht nur regional erfolgen, sondern auf europäischer Ebene stattfinden.

In weiten Teilen Osteuropas, aber auch in China, ist die ASP bereits ausgebrochen und hat vielfach Schweinebestände infiziert. Gleichzeitig gibt es auch das Potenzial, aus den Erkenntnissen anderenorts zu profitieren und mit möglichen Ausbruchsfällen entsprechend umzugehen. Tschechien konnte durch getroffene Maßnahmen, wie beispielsweise der Umzäunung und der Beschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs in bestimmten Gebieten sowie einer angeordneten gesteigerten Fallwildsuche, die ASP weitestgehend eindämmen.

Niedersachsen hat bereits wichtige und umfassende Präventivmaßnahmen getroffen. So wurden Schweinehalter und -transporteure umfassend per Erlass sensibilisiert und zur Umsetzung entsprechender Hygienemaßnahmen aufgefordert. Im Rahmen der Früherkennung wurden durch das Schweinepestmonitoring bereits alle erlegten Wildtiere auf ASP untersucht. Weitere Schritte wie die Beschaffung von Wildsammelcontainern sind in Planung.

Nichtsdestotrotz ist der Ausbruch nahe der deutsch-belgischen Grenze sehr ernst zu nehmen. Ein Ausbruch der ASP hätte verheerende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage der schweinehaltenden Betriebe, da in direkter Folge der Export betroffen wäre. Die aktuelle Novelle des Jagdgesetzes kann dabei unterstützend tätig sein, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch eine Reduzierung des Schwarzwilds einzudämmen. Im Ausbruchsfall muss es eine Art „First Response-Truppen“ geben, welche eine schnelle Eindämmung des hochinfektiösen Erregers gewährleisten.

Der Mensch hat erheblichen Einfluss auf die Weiterverbreitung der ASP. Die Übertragung erfolgt in der Regel über weggeworfene Lebensmittel, die den Erreger in sich tragen. Eine Beruhigung gibt es allerdings: Für den Menschen besteht keine Gefahr. Der Erreger überträgt sich ausschließlich auf Schweinebestände.

 

Hier noch meine Stellungnahme zur Unterrichtung im Plenum den Niedersächsischen Landtags.